Blutegeltherapie

 

Die Blutegeltherapie ist in der Veterinärmedizin eine traditionelle und anerkannte Therapie bei vielen Erkrankungen.

Wirkungsweise

Den medizinischen Blutegel kann man als eine Art biologische Apotheke bezeichnen. Sie verfügen über einige medizinisch wirksame Substanzen in ihrem Speichel, die während des Saugvorganges abgegeben werden. Blutegel werden als Fertigarzneimittel eingestuft!

Die lokale Blutzirkulation wird gefördert, dadurch helfen sie insbesondere bei akuten und schmerzenden Entzündungen. Auch chronische Erkrankungen können häufig positiv beeinflusst werden.

 

Hufrehe

Je nach Erkrankung ist oftmals eine ein-malige Behandlung ausreichend. Der/die Blutegel werden an die entsprechenden Stellen angesetzt, saugen sich fest und „sägen“ sich mit ihren Kalkzähnchen vorsichtig in die Haut. Dieser Vorgang ist weitgehend schmerzfrei, vermutlich gibt der Blutegel hierbei schon schmerzlindernde Stoffe ab. Während des folgenden Saug-vorganges leitet der Blutegel die Wirkstoffe in das Gewebe. Wenn er „satt“ ist, fällt er von alleine ab. Die gerinnungshemmenden Wirkstoffe sorgen dafür, dass die Biss-wunde ca.2 bis hin zu 14 Stunden offen gehalten wird und nachblutet. Der heilende Effekt kann schon direkt nach der Behand-lung eintreten und hält oft monatelang an.

 



Anwendungsbereiche


  • Arthritis / Arthrose

  • Huferkrankungen (z.B. Rehe)

  • Erkrankungen des Bänder- und Sehnenapparates

  • Gallen

  • Wirbelsäulenerkrankungen

  • Muskelverhärtungen / Muskelschmerzen

  • Ekzeme

  • Abszesse, Phlegmone (Einschuss)

  • Wundheilungsstörungen

  • Narbenproblematiken (frisch und alt)

  • Hämatome (Blutergüsse)

Spritzenabszess nach Tollwutimpfung

(Nacken - Hund)


Ablauf der Therapie

Arthrose Sprunggelenk

Behandlungsdauer ca. 60-120 Minuten

 

 

Reaktion der Patienten

 

Die meisten Tiere akzeptieren die Blutegelbehandlung gut und entspannen oftmals kurz nach Beginn.


Risiken für ihr Tier

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen sind bei der Blutegeltherapie von Tieren sehr selten. Risiken von Wundinfektionen und allergischen Reaktionen bestehen immer. Kontraindikationen sollten vorher ausgeschlossen werden, deshalb rate ich von Selbstmedikation ihrer Tiere ab.

 

Kontraindikation

(hier sollte keine Blutegeltherapie durchgeführt werden)

 

  • Anämie (Blutarmut)
  • blutgerinnungshemmende oder blutverdünnende Medikamente
  • Blutgerinnungsstörung
  • Diabetes mellitus
  • Erysipel (Entzündungen der Lederhaut)
  • Fieber
  • schlechter Allgemeinzustand
  • Leukämien
  • Magengeschwüre
  • bösartige Tumore
  • quecksilberhaltige Medikamente (gerinnungshemmend!)

 

Achtung!!! Schmerzmittel können Blutverdünnung als „Nebenwirkung“

haben! Bitte Rücksprache mit ihrem

Tierarzt halten, ich empfehle diese drei Tage vor der Behandlung abzusetzen.

 

Blutegel sind Fertigarzneimittel und apothekenpflichtig. Die von mir verwendeten Blutegel stammen ausschließlich von der Biebertaler Blutegelzucht GmbH.